Am Dienstag gab es eine traurige Nachricht für den niederländischen Rennsport und vor allem für Nyck de Vries. Der Niederländer hat seinen Sitz in der Formel 1 mit sofortiger Wirkung verloren. Red Bull-Berater Helmut Marko hat seinen AlphaTauri-Sitz an Daniel Ricciardo vergeben. War Marko härter zu De Vries als zu Yuki Tsunoda, der ebenfalls ein turbulentes erstes Jahr hatte?
Der Österreicher ist unerbittlich. Wenn du bei Red Bull oder dem Schwesterteam AlphaTauri keine Leistung erbringst, verlierst du deinen Platz. Das ist schon Pierre Gasly, Alexander Albon, Daniil Kvyat, Scott Speed und jetzt Nyck de Vries passiert. Auch Tsunoda musste lange Zeit um seinen Platz in der Formel 1 bangen, fährt jetzt aber seine dritte Saison in der Königsklasse. Hatte Marko mehr Geduld mit dem Japaner als mit De Vries?
Der AlphaTauri-Fahrer hatte ein turbulentes erstes Jahr 2021. Der Youngster begann seine Formel-1-Karriere überzeugend, indem er in Bahrain mit einem beeindruckenden neunten Platz auf Anhieb in die Punkte fuhr. De Vries kam bei seinem ersten Grand Prix nicht über den vierzehnten Platz hinaus, obwohl man sagen muss, dass der AT04 des Niederländers dem AT02 seines ehemaligen Teamkollegen deutlich unterlegen war.
Ein Rennen später startete Tsunoda in Imola von Platz 20, nachdem er im Qualifying einen unglücklichen Unfall hatte. Er arbeitete sich bis auf den neunten Platz vor, bis ihm eine rote Flagge und ein Dreher einen Strich durch die Rechnung machten. In Spanien hatte Tsunoda ein schlechteres Qualifying und belegte Platz 16. Nachdem er in Baku Q3 erreicht hatte und in der gleichen Session in der Mauer gelandet war, erreichte er einen Tag später einen beachtlichen siebten Platz, der von einem dritten Platz seines Teamkollegen Pierre Gasly überschattet wurde.
In Frankreich musste Tsunoda nach einem erneuten Unfall aus der Boxengasse starten. Er arbeitete sich bis auf P13 vor. In den folgenden drei Rennen wurde Tsunoda noch zweimal Zehnter und erreichte in Österreich erneut das dritte Quartal. Teamkollege Gasly übertraf Tsunoda im Wochenrhythmus mit einem dritten Platz, einem sechsten Platz, zwei siebten Plätzen, einem neunten Platz und zwei Mal einem zehnten Platz.
Der größte Unterschied zu Nyck de Vries war, dass der Japaner regelmäßig zeigte, dass er sehr schnell sein kann. Während bei dem Niederländer die Frage war, ob er einfach die Qualitäten hatte, schnell genug zu sein, war bei Tsunoda seine mangelnde Erfahrung und Ungestümheit das heikle Thema. Außerdem hatte der damals 20-jährige Tsunoda sein Alter im Gepäck. De Vries war mit 28 Jahren kein echter Rookie mehr und hatte auch in anderen Rennklassen schon viel Erfahrung gesammelt.
Yuki Tsunoda zeigte in seinen ersten zehn Rennen einfach mehr Potenzial und brachte Marko auf die Idee, dass er, wenn er erfahrener und ruhiger würde, das Talent hätte, ein erfolgreicher F1-Fahrer zu werden. De Vries hat das dem Österreicher leider nie genug gezeigt, obwohl er mit jedem Rennen stärker und schneller zu werden schien. In seinen 10 Rennen bei AlpaTauri zeigte De Vries nichts Besonderes. Der extravagante Japaner schaffte es trotz seiner offensichtlichen Unzulänglichkeiten, mit einer beeindruckenden Feuertaufe und cleveren Überholmanövern zu beeindrucken und hervorzustechen.