Nach dem Großen Preis von Österreich haben wir genau die Hälfte der aktuellen Formel-1-Saison hinter uns. Nach elf Wochenenden liegt Max Verstappen mit 208 Punkten an der Spitze der Weltmeisterschaft. Er hat einen Vorsprung von 38 Punkten auf Charles Leclerc, aber das hätte auch ganz anders aussehen können. Die folgende alternative Weltmeisterschaftswertung für 2022 zeigt das.
Leclerc hat in diesem Jahr bisher viel Pech gehabt. Sein Ferrari-Motor fiel ein paar Mal aus, die Strategen seines italienischen Arbeitgebers waren nicht immer ganz wach und auch in der Boxengasse lief nicht immer alles glatt. Der junge Monegasse selbst war auch nicht ganz fehlerfrei, aber was wäre, wenn das alles nicht passiert wäre? Richtig, Leclerc hätte viel mehr Punkte geholt.
Tatsächlich hätte Leclerc die Weltmeisterschaft angeführt. Und das nicht nur ein bisschen. Wenn man alle Probleme und Fehler von Ferrari und Leclerc ignoriert, hätte der 24-jährige Fahrer 258 Punkte erzielen können. Verstappen hätte 191 Punkte gehabt, ein Unterschied von 67 Punkten. Das entspricht fast drei Grand-Prix-Siegen. GPblog zeigt dir, woher die Unterschiede kommen.
Bei den ersten drei GPs in Bahrain, Saudi-Arabien und Australien haben sich Leclercs Punkte nicht verirrt. In Imola wurde Leclerc am Sonntag nach einem bösen Dreher hinter Sergio Perez Sechster. Wäre Leclerc geduldiger gewesen, wäre er Dritter geworden und hätte sieben Punkte mehr geholt. In Miami wurde Leclerc Zweiter hinter Max Verstappen, aber daran gab es wenig zu kritisieren.
Dann begann die Misere für Leclerc und seine Männer. In Spanien wurde ein fast sicherer Sieg weggeschmissen. Leclerc verschenkt nicht nur 25 Punkte für sich selbst, Verstappen bekommt plötzlich sieben mehr, als es sonst der Fall gewesen wäre. In Monaco wird Leclerc nach einer dramatischen Strategie Vierter, während er in den Straßen von Monte Carlo in Führung lag und hätte gewinnen können. Der Ferrari-Pilot verlor hier dreizehn Punkte und Rivale Verstappen bekam fünfzehn statt zwölf Punkte.
In Aserbaidschan war es unglaublich eng zwischen Red Bull Racing und Ferrari. Leclerc wählte eine andere Strategie als die RB18 von P2, aber er schied wegen eines Motorproblems vorzeitig aus. Laut Ferrari hätte Leclerc das Rennen auf der Strecke in Baku gewinnen können und so gingen 25 Punkte in Rauch auf. Verstappen wäre sonst Zweiter geworden und hätte somit an diesem Wochenende achtzehn Punkte in der Gesamtwertung erhalten. In Kanada brauchte Leclercs Boxencrew besonders lange für einen Boxenstopp und er wurde Fünfter statt Dritter. Die Tatsache, dass Leclerc ohne Motorprobleme gar nicht erst vom Ende der Startaufstellung hätte kommen müssen, ist dabei nicht berücksichtigt.
In Großbritannien gewann Carlos Sainz den ersten Grand Prix seiner Formel-1-Karriere, aber eigentlich hätte Leclerc gewinnen müssen. Eine lausige Strategie sorgte dafür, dass der Formel-2-Champion von 2017 nicht weiter als bis auf P4 vorstoßen konnte. Dadurch verliert er dreizehn Punkte. Verstappens Punkte sind davon nicht betroffen, da er nach einem schweren Schaden an seinem Auto hinter Leclerc auf dem siebten Platz landete. In Österreich war Leclercs Wochenende nach langer Zeit wieder fehlerfrei.
(In dieser alternativen WM-Wertung werden nur das Pech und die Probleme von Leclerc und Ferrari berücksichtigt. Natürlich hätte auch Max Verstappen mehr Punkte gewonnen, wenn er in Bahrain und Australien nicht ausgefallen wäre, aber das ist nicht berücksichtigt).