Ricciardo im Gegenzug unter Beschuss: "Ich bin kein Entertainer"

9:08, 20 Okt 2023
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Daniel Ricciardo ist nach seiner Verletzung zurück im F1-Paddock, aber in der Pressekonferenz stand der Australier unter Beschuss. Er wurde gefragt, ob sein Talent als Fahrer durch seine Publicity abseits der Rennstrecke nicht ein wenig in den Hintergrund gerät.

"Ich würde sagen, kurz gesagt, nein", antwortete Ricciardo. Der AlphaTauri-Fahrer sieht sichtlich überrascht von der Frage aus, aber natürlich ist sie nicht völlig überraschend. Ricciardo betrat einst auf einem Pferd das Fahrerlager in Austin und der Australier wurde vor allem durch seine Manierismen in der Netflix-Serie Drive to Survive bekannt.

"Alle unsere Profile sind in den letzten Jahren gewachsen, vor allem seit Drive to Survive. Ich denke, bei mir sind es meine Persönlichkeit und der Spaß am Sport. Das ist wahrscheinlich auch ein bisschen größer geworden und sorgt ab und zu für ein paar LOLs. In erster Linie sehe ich mich natürlich als Rennfahrer, nicht als Entertainer oder so etwas."

Ricciardo kehrt zu den Grundlagen zurück

Trotzdem merkt Ricciardo in manchen Situationen, dass die Leute seiner Leistung in der Rennserie mehr Aufmerksamkeit schenken als seiner Leistung auf der Rennstrecke. "Die Leute kommen auf mich zu und sagen: 'Du warst in dieser Saison großartig'. Ich sage dann: 'Rennsaison oder Drive to Survive-Saison?'"

In vielen Fällen ist es natürlich Letzteres. In den letzten Jahren gab es für Ricciardo nicht viel zu lachen. Bei McLaren hat er es nicht richtig gemacht, und sein Vertrag wurde schließlich aufgelöst. Jetzt hat Ricciardo als Ersatz für Nyck de Vries eine zweite Chance bekommen und hofft, dass er sich auch als Fahrer wieder ins Gespräch bringen kann.

"Wir alle bauen auch Profile und eine Art Marke auf, aber das ist nichts, was den Rennsport in den Hintergrund drängt. Das ist das Wichtigste. Nach meiner Auszeit habe ich mir überlegt, worum es mir geht und wie ich Rennen fahren will. Wahrscheinlich habe ich einfach ein paar Dinge weggelassen und mich wieder auf die Grundlagen besonnen. Ich muss einfach sicherstellen, dass ich als Rennfahrer gesehen werde, der immer noch hungrig und entschlossen ist und nicht als jemand, der nur hier ist, um Spaß zu haben."