Toto Wolff hat beim Großen Preis von Katar den Unfall seiner beiden Fahrer von zu Hause aus beobachtet. Dennoch schien es, als wäre der Mercedes-Teamchef dabei gewesen, denn er war über den Teamfunk zu hören. Auf der Pressekonferenz erklärte Wolff, wie es dazu kam und wie er den Zwischenfall zwischen George Russell und Lewis Hamilton beurteilte.
Normalerweise würde die Kamera einen frustrierten Wolff in der Boxengasse zeigen. Tatsächlich war Wolff nach einer Operation bei diesem Grand Prix nicht anwesend. Trotzdem erlebte Wolff es so, als wäre er dabei gewesen, denn der Teamchef konnte alles hören und den Teamfunk verfolgen.
"Ich war komplett eingeklinkt. Ich habe zu Hause eine Boxenwand oder eine Mittelkonsole aufgestellt. So bin ich bei jedem Briefing oder Debriefing und bei den Gesprächen während des Rennens dabei. Man muss den Jungs hier das Fliegen überlassen, denn wenn man weit weg ist, muss ich mich fast immer ein bisschen zurücknehmen, weil man distanziert ist, nicht in die Gesichter schaut, nicht sieht, was mit den Leuten um einen herum emotional passiert, und man fühlt sich in gewisser Weise losgelöst. Es ist also nichts, was ich genieße, aber es war eine Notwendigkeit."
Wolff verpasste auch den Großen Preis von Japan. Auch dort lief einiges schief. "Es gab einige unangenehme Situationen, über die wir gesprochen haben. Wir haben viele Punkte liegen lassen, aber niemand ist sich dessen mehr bewusst als die Fahrer. Manchmal braucht man diese Momente, um sich neu zu kalibrieren und zu konditionieren und ähnliche Situationen in Zukunft zu vermeiden. Aber sie sind Rennfahrer. Sie kämpfen hart. Ihr erster Konkurrent ist ihr Teamkollege."
Auf die Frage, ob es nicht vielleicht ein Zufall war, dass die Dinge genau dann schief liefen, als Wolff eine Weile weg war, muss der Teamchef lachen. "Nein, das glaube ich nicht. Wir haben im Team auch schon darüber gelacht, aber ich glaube nicht, dass es eine Auswirkung hat", so der Österreicher abschließend.